Frau mit Fragezeichenblase
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Adressat und Medium

Wenn Sie bereits wissen, an wen Sie schreiben wollen, weil Sie zum Beispiel einen Politiker oder eine Politikerin über ein bestimmtes Thema sprechen hören haben, finden Sie die Adresse im Internet mit Hilfe einer Suchmaschine (Google etc.) oder auf der Website der jeweiligen Partei oder Institution.

Haben Sie ein Anliegen, welches nicht durch eine Aussage eines Politikers oder einer Politikerin aufkam, müssen sie herausfinden, welcher Partei oder Institution sie schreiben möchten. Dafür kommen am ehesten die Abgeordneten Ihres Wahlkreises infrage, da sie sich am meisten verpflichtet fühlen (Lokalpolitiker_innen) oder für Ihr bestimmtes Anliegen zuständig sind (Parlamentsausschuss oder Regierungsabteilung). Sie können jedoch auch die nicht für Sie zuständigen Parteien kontaktieren, wenn diese sich bereits zu Ihrem Anliegen geäußert haben.

Abgeordnete können per Mail, Brief oder Fax angeschrieben werden. Briefe und Faxe haben den Vorteil, dass sie i.d.R. geöffnet und gelesen werden und nicht wie E-Mails leicht im Spam-Ordner landen können. Um ihre/n Wahlkreisabgeordnete/n schriftlich zu kontaktieren, können Sie z.B. über die Internetseite „Abgeordnetenwatch“ Ihren zuständigen Abgeordneten über die Suchfunktion mit Hilfe Ihrer Postleitzahl finden. Sie haben auf dieser Seite die Möglichkeit, ihm oder ihr eine Frage zu stellen und meistens erhalten Sie auch schnell eine Antwort. Damit diese zufriedenstellend ausfällt, ist es wichtig, die richtige Wortwahl zu treffen. Wie Sie inhaltlich und förmlich überzeugend argumentieren können, lesen Sie unter den Abschnitten Inhalt und Form.

Ansonsten können Sie auch dem Bürgerservice bzw. Wahlkreisbüro der betreffenden Partei bzw. der Abgeordneten schreiben, deren Aufgabe im Beantworten von Anfragen liegt. Diesen finden sie auf der Website der Partei (unter Stichworten wie „Kundenanliegen“ o.Ä.).

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, gerade wenn der/die jeweilige Abgeordnete nicht im eigenen Wahlkreis sitzt, diese/n telefonisch zu erreichen. Meistens werden Sie dort mit den Mitarbeitern verbunden und können um einen Rückruf des Abgeordneten bitten.

Ein weites Medium des Austausches sind die Bürgersprechstunden, welche in der Regel auf der Website Ihrer Stadt veröffentlicht sind. Wenn Sie die direkte und persönliche Kommunikation (face-to-face) bevorzugen, können Sie zu einer Bürgersprechstunde gehen und Ihr Anliegen hervorbringen – ein seriöses Auftreten ist hierbei wichtig: Die gute Vorbereitung der Argumentation ist der Schlüssel zum Erfolg. Sie können sich zum Beispiel an dem „Fünf-Satz-System“ orientieren:

  1. Problemstand: Formulieren Sie zu Beginn das Problem und die aktuelle Lage Ihres Anliegens
  2. Ursache: Analysieren Sie, welcher Ursache das Problem zu Grunde liegt
  3. Ziel: Bestimmen Sie ein Ziel oder einen Ansatz zur Verbesserung des Problems. Hierbei können Sie sich auf die Argumente der Analyse stützen
  4. Lösungsvorschläge: Erläutern Sie Maßnahmen, die zur Lösung des Problems beitragen
  5. Appell: Bitten Sie die angesprochene Person um die Realisierung der Maßnahmen. Hierbei kann auch ein anderer Lösungsvorschlag akzeptiert werden. Wichtig ist, dass Sie auf die Umsetzung bestehen.

Bei direktem Kontakt gilt im Allgemeinen die Devise: „Höflichkeit siegt!“. Sie möchten die Abgeordneten schließlich informieren und nicht beleidigen. Überzeugen Sie mit Ihren Argumenten!

 

Inhalt

Frau mit Sprechblase
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  • Recherchieren Sie im Vorhinein ausführlich über die Sachlage. Je mehr Sie sich inhaltlich vorbereiten, desto besser können Sie argumentieren.
  • Beginnen Sie mit einem positiven Einstieg wie beispielsweise einer Unterstützungserklärung oder einem Dank für die Zeit, die er oder sie sich mit Ihrem Anliegen beschäftigt. So wird der Eindruck erweckt, Sie wären eine potenzielle Wahlstimme und es wird Ihnen mehr Beachtung geschenkt.
  • Erwähnen Sie, warum Sie ausgerechnet mit diesem Politiker oder dieser Politikerin Kontakt aufnehmen wollen: Erwähnen Sie Ihr Wissen über das Engagement des Politikers oder der Politikerin, welches Ihre Angelegenheit betrifft, oder erzählen Sie, dass Sie im Wahlkreis wohnen etc.
  • Formulieren Sie Ihr Anliegen klar: Erklären Sie, warum das Thema nicht nur für Sie relevant ist. Um glaubwürdig zu wirken, können Sie persönliche Erfahrungen einbringen, welche Sie (bei Gelegenheit) mit Beispielen und Emotionen unterstreichen.
  • Nutzen Sie ggf. Ihre Wahlstimme, indem Sie zum Beispiel erwähnen, dass Sie für ihn oder sie gestimmt haben, weil Sie erwartet haben, dass das Thema Ihres Anliegens bearbeitet wird. Sie können als „letztes Mittel“ auch Druck ausüben und anmerken, dass Sie nicht mehr für diese/n Politiker/in oder die Partei stimmen werden, wenn Ihr Anliegen weiterhin keine Beachtung findet.
  • Die Nachvollziehbarkeit Ihrer Argumente muss für den/die betreffende/n Politiker/in gegeben sein. Vermeiden Sie unglaubhafte Argumente , auch wenn diese Ihrer Meinung entsprechen. Bestenfalls zitieren Sie z.B. Statistiken, um Ihre Argumentation zu untermauern.

Form

  • Schreiben Sie Ihre Kontaktdaten (mindestens Name und Adresse) auf den Brief oder in die E-Mail.
  • Schreiben Sie das Thema und den Verbesserungswunsch für Ihr Anliegen in die Betreffzeile, damit der/die Leser/in sofort weiß, worum es geht.
  • Achten Sie auf korrekte Titel und Anreden.
  • Überprüfen Sie Rechtschreibung und Grammatik in Ihrem Text.
  • Unterschreiben und datieren Sie den Brief.
  • Bitten Sie unbedingt um eine Antwort und setzen Sie freundlich eine realistische Frist, z.B. : „Ich erwarte Ihre Antwort bis zum...“.

Wenn Sie einen Brief an eine/n Politiker/in schreiben wollen, beachten Sie alle Komponenten, die einen guten Brief ausmachen.